
Kleine Trachtenkunde
Die Tracht ist kein Kleidungsstück wie jedes andere.

- Das Wort „Tracht“ leitet sich von „Tragen“ ab und bedeutete ursprünglich ganz allgemein „das Tragen“.
- Städtische Mode und bäuerliche Tracht haben sich Jahrhunderte lang gegenseitig beeinflusst. Bauersleute auf dem Lande, geringe Bürger, Krämer, Handwerksleute, also der größte Teil der Bevölkerung, durften Jahrhunderte lang nur „inländisches und sonst schlechtes Tuch“ verwenden.
- Farbiger Ausputz oder Stickerei, Silberketten, rote Seidenbänder waren nicht erlaubt. Erst 1730 wurden weiße und schwarze Spitzen genehmigt, während kostbare Borten und seidene Strümpfe bei Strafe verboten waren.
- 1752 wurde dem Bauern endlich das seidene Halstuch erlaubt, das er eigentlich schon längst getragen hatte. In engem Zusammenhang mit dem material stand die Farbe. Das Bauerngewand war aus braunem, schwarzem oder grauem Loden.
- Von alters her hat sich die Tracht in einheitlicher Form über weite Gebiete hinweg erstreckt, wohl unter dem Einfluss von Herrschaftsgebieten. Erst seit der Hälfte des 18. Jahrhunderts unterscheiden sich die einzelnen Trachtengebiete und sondern sich voneinander ab.
- Dies wird vor allem dann bewusst, wenn die Symbolik der einzelnen Elemente betrachtet wird. So auch bei der Dirndlschürze. Schon in der Art und Weise, wie sie gebunden wird, gibt es regionale Unterschiede, die stark vom Brauchtum in den einzelnen Talschaften abhängen.
- In der Steiermark und in Oberösterreich wird die Dirndlschürze grundsätzlich hinten gebunden. Hingegen binden die Tiroler und Salzburger die Schürze vorne und unterscheiden nach altem Brauch, dass unverheiratete Mädchen und Frauen die Schürze links binden und verheiratete rechts.

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